Stolpersteine bei der Existenzgründung
Endlich sein eigener Chef sein, mit seiner Arbeit wirklich Geld verdienen und zwar soviel, wie die Arbeit tatsächlich Wert ist und nicht etwa nur einen Bruchteil davon, das ist der Traum vieler Menschen. Und gerade in diesem Jahr werden sich auch besonders viele Menschen, diesen Traum erfüllen. Denn Studien belegen, dass in Zeiten wirtschaftlicher Schieflagen mehr Menschen ein Unternehmen gründen, als in Zeiten des Aufschwungs. Der Grund liegt vermutlich darin, dass man in der Selbstständigkeit mehr Sicherheit, mehr Chancen sieht, als in dem doch recht unsicher gewordenen Angestelltenverhältnis. Schlimmer noch, ist man gar arbeitslos, denn dann scheint die Existenzgründung der ideale Weg, um endlich wieder einen wertvollen Beitrag zur Gesellschaft zu leisten. Dabei unterstützten die Bundesagentur für Arbeit und andere Stellen Existenzgründer besonders stark, einfach, um so mehr Menschen wieder in Lohn und Brot zu bekommen.
Doch bevor man sich an eine Existenzgründung wagen sollte, sind einige Vorbereitungen zu treffen. Eine gute Geschäftsidee ist sicher die Grundlage jeder Existenzgründung, doch reicht sie alleine längst nicht mehr aus. Denn als Unternehmer muss man ganz andere Voraussetzungen erfüllen, als beispielsweise als Angestellter, der sich jeder Verantwortung entledigen kann. So muss man eine gewisse Risikobereitschaft mitbringen, man muss Entscheidungen schnell, aber bedacht treffen können. Es sollten in jedem Fall Branchenkenntnisse vorhanden sein, sowie kaufmännische Grundkenntnisse. Des Weiteren muss man ein guter Verkäufer sein, denn nur wer sich selbst und seine Waren gut verkaufen kann, der wird auch dauerhaft erfolgreich sein. Den ersten Verkauf tätigt man übrigens noch vor der Gründung, nämlich dann, wenn man sein Konzept, den Businessplan vorlegt, um eine Förderung oder ein Darlehen zu erhalten. Bereits hier entscheidet sich, ob man es schafft, sein Gegenüber von der eigenen Idee zu überzeugen.
Doch auch nach diesem Schritt sind die Hürden bei einer Existenzgründung noch lange nicht alle genommen. Egal, ob man sich mit einem Geschäft für Wasserbetten, mit einem Unternehmen für die Reinigung von Büros und Praxen oder anderem selbstständig machen will, es gibt formale Richtlinien, die für alle Gründungen gleichermaßen gelten. An erster Stelle steht die Anmeldung. Hier lauert bereits die erste Gefahr, gründet man als Freiberufler oder gründet man ein Gewerbe. In ersterem Fall muss man sich mit dem Finanzamt selbst in Verbindung setzen und bei diesem eine Steuernummer anfordern. Wer hingegen ein Gewerbe gründet, der muss dieses beim Gewerbeamt anmelden. Das Gewerbeamt wird ebenfalls die IHK oder die HWK, das Finanzamt und die Berufsgenossenschaft von der Gründung informieren, vom Finanzamt erhält man dann einen steuerlichen Fragebogen automatisch zugeschickt. In diesem sind diverse Angaben zu Gewinnen und Umsätzen zu machen, die man in den ersten Jahren erwartet. Demzufolge wird auch die Umsatzsteuerpflicht festgelegt oder man wird nach der Kleinunternehmerreglung veranlagt, bei der man keine Umsatzsteuer abführen und ausweisen muss. In den ersten beiden Jahren nach der Existenzgründung müssen die Umsatzsteuervoranmeldungen sogar monatlich erfolgen, das Finanzamt akzeptiert diese nur, wenn sie elektronisch übermittelt wurden. Dafür stellt es das kostenlose Elster-Programm zur Verfügung.
Des Weiteren ist auch die Rechtsform zu bedenken. So werden die meisten Gründungen als Einzelunternehmen durchgeführt. Der Grund ist im geringen Kapitalbedarf zu sehen, denn es fallen lediglich Gebühren für die Gewerbeanmeldung an, die zwischen zehn und 40 Euro betragen, je nachdem, wie die Regelungen am eigenen Wohnort lauten. Ein Stammkapital, welches bei der Gründung vorhanden sein muss, wie es etwa bei der GmbH nötig ist, entfällt. Des Weiteren muss keine Eintragung im Handelsregister erfolgen, die mit zusätzlichen Kosten verbunden wäre und es muss auch kein Gesellschaftsvertrag vom Notar aufgesetzt werden, der für seine Dienste ebenfalls Geld verlangt. Dennoch hat das Einzelunternehmen nicht nur Vorteile, denn man muss sich hier stets bewusst sein, dass man mit seinem gesamten geschäftlichen und privaten Vermögen für alle Verbindlichkeiten des Unternehmens aufkommen muss.
